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Innere Ursachen für Schlafstörungen
Innere Ursachen für Schlafstörungen (Zulley, 2005, S.53)

Schmerz:
Schmerz durch Krankheit und Entzündungen ist nachts immer schlimmer als am Tage. Die Schmerzbehandlung erhält dadurch für die Nacht einen höheren Stellenwert als tagsüber. Unser Körper „schaut“ nachts nach innen, die Schmerzwahrnehmung ist dadurch geschärft. Manche Schmerzen lassen nachts auch nach wie Wundschmerz und Druckschmerz. Dadurch können wie auch in Positionen Schlafen, die uns tagsüber Schmerzen bereiten würden.



Schlafveränderungen im Alter (Schultz, 1997, S. 70ff):
Der Schlaf im Alter wird leichter. Die Tiefschlafphasen nehmen ab und leiseste Geräusche können den Schlaf unterbrechen oder das Wiedereinschlafen verhindern. Die gesamte Schlafzeit über 24 Stunden verändert sich im Alter kaum, da mehr „Nickerchen“ tagsüber dazukommen.



Schlafveränderungen bei Demenz (vgl. Schultz, 1997, S.94ff)
Bereits in frühen Stadien der Demenz kommt es zur Zunahme von nächtlichen Wachzeiten und zu einer Abnahme des Tiefschlafanteils. In der Folge nehmen auch die Traumschlafphasen ab. Die Schlafveränderung verläuft parallel zum Fortschreiten der Demenz. 10% der Demenzkranken schlafen tagsüber tatsächlich mehr als Nachts (Tag- Nacht Umkehr)



Was tun, wenn das nächtliche Durchschlafen gestört ist?
Man kann als Pflegender nicht auf alle Bereiche des Schlafes einwirken aber man kann Rahmenbedingungen schaffen, die dem Bewohner einen möglichst guten Schlaf ermöglichen können.
Schlafbiographie (nach Huhn, Heilberufe 2009)

Als einfache Maßnahme sollten Schlafgewohnheiten überprüft werden, falls es hier zu gravierenden Änderungen gekommen ist, kann dies eine Ursache der Schlafstörungen sein:


•    Einteilung in Tag- und Nachtmenschen (Lerchen und Eulen)

•    Helligkeit im Zimmer

•    Tür auf oder geschlossen

•    Bettzeug und Kissen: schwer oder leicht

•    Individuelle Schlafposition

•    Schlafrituale erfassen
schlafstoerung




Schlaffördernde Maßnahmen (vgl.Huhn, Heilberufe 2009)
Eine Strukturierung des Tagesablaufes und seiner Aktivitäten ist hilfreich.
Angepasste Beschäftigungen vermeiden das Aufkommen von Langeweile und Passivität. Mittagsschlaf ist für die meisten älteren Menschen normal und dient der Entspannung. Darüber hinausgehend sollte der Tagesschlaf möglichst vermieden werden, weil er das Schlafbedürfnis in der Nacht mindert. Aufregende Aktivitäten sollten auf den Vormittag oder den frühen Nachmittag gelegt werden, damit der Tag zum Abend hin ruhig ausklingen kann. Die Ursachenforschung betreiben, Ideen sammeln und ausprobieren, z.B. Nachtimbiss (Milch, Bananen, wegen Eiweißgehalt und Serotoningehalt als Vorstufe des Melatonin)
Alternativen zum Schlafmittel (Warme Brustauflagen, Leibwaschungen, o.ä.)
Individuelle Schlafposition anbieten auch bei immobilen Menschen



Optimale Schlafbedingungen und Microstimulation können helfen
Viele Einschränkungen, wie wir sie z.B. aus dem Pflegebereich bei der Demenz, bei Parkinson oder auch aus der Reha bei behinderten Kindern oder Rollstuhlfahrern kennen, können mit einer Schlafunterlage, die möglichst genau auf die Anforderungen der Krankheitsbilder eingestellt sind, ausgeglichen werden.

Speziell bei den Matratzen in den Pflegebetten kann man eine deutliche Veränderung festmachen. Durch die „falsche“ Matratze können häufig Schmerzen ausgelöst bzw. verstärkt werden. Weichlagerungsmatratzen sind häufig zu weich und schlucken so jede Microbewegung, was ihre Anzahl auf Dauer verringert. Wechseldruckmatratzen bieten keinen Liegekomfort, ein schlechtes Bettklima und stören den ohnehin leichten Schlaf älterer Menschen durch ihre Geräusche.

Die Matratzen, die speziell bei Menschen mit verringerter Mobilität eingesetzt werden, sollten die Microbewegungen unterstützen und damit den tiefen Schlaf fördern. Microstimulationssysteme wirken durch die Kombination aus einer weichen Matratze und aus einer Unterfederung, die jede Microbewegung aufnimmt und diese an den Körper zurückgibt. Der Bewohner liegt zwar weich aber trotzdem bewegt. Microbewegungen und Körperwahrnehmung werden gefördert.
Die Liegeposition ist ergonomisch korrekt, das heißt, dass hier auch Schmerzprophylaxe betrieben wird. So sind Microstimulationssysteme nicht nur im Bereich der Dekubitusprophylaxe und –Therapie einzusetzen, sondern auch im Bereich der dementiell Erkranken und Menschen mit neurologischen Erkrankungen.

Das Wahrnehmen des eigenen Körpers gibt Sicherheit. Beim dementiell Erkrankten ist diese Wahrnehmung vielfach gestört. Ebenso wie er als gesunder Mensch die nächtlichen Bewegungen für den Erhalt des Körpergefühls nutzte, versucht er jetzt durch sein intensives Bewegen Informationen, Rückmeldungen zu erhalten, die ihm ein Gefühl für den eigenen Körper geben.

Aufwachphasen

Literatur:
1.Kevin Morgan, Josè S.Closs: „Schlaf, Schlafstörungen, Schlafförderung“, Huber Verlag 1.Auflage 2000
2.Hartmut Schultz, Hrsg: „Altern und Schlaf“, Huber Verlag, 1.Auflage 1997
3.Prof.Dr.Jürgen Zulley: „Mein Buch vom guten Schlaf“, Zabert Sandmann Verlag, 1.Auflage 2005
4.Siegfried Huhn: „Gute Nacht“ in Heilberufe Spezial, Demenz 2009

Marion Saller, Dipl. Pflegewirtin, Thomashilfen, 22.12.2011